Die Auftragsbücher der deutschen Industrie sind trotz der aktuellen Dollarschwäche prall gefüllt. Im angeblich dahinsiechenden industriellen Sektor entstehen Tausende von Arbeitsplätzen und der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) quantifiziert die Zahl der fehlenden Ingenieure mit 95.000. Kurzum: Die Kamine der deutschen Industrie qualmen weithin sichtbar. Die Struktur der deutschen Industrie kommt uns aktuell zu gute. Es sind insbesondere die Spezialmaschinenbauer, die kaum jemand kennt, die aber den Weltmarktbeherrschen in ihrer jeweiligen vermeintlich kleinen Nische. Diese Firmen werden von der Presse auch gern als Hidden Champions bezeichnet. Diese oft seit Generationen in Familienhand befindlichen Firmen sind in der Regel traditionell international unterwegs, bauen Maschinen für sehr spezielle Anwendungen, investieren hohe Anteile des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Und weil aktuell in Ländern wie China, Indien und Russland investiert wird, bis der Arzt kommt, werden auch Maschinen „Made in Germany“ unabhängig vom schwächelnden Dollar exportiert. Und weil deutsche Familienunternehmen in der Tendenz eher eigenkapitalfinanziert sind, bereitet auch die Kreditkrise keine so großen Kopfschmerzen. Das Beispiel zeigt, dass Forderungen der Politik, man müsse den Dienstleistungssektor ausbauen, nicht unbedingt zutreffend sind. Man muss Produkte anbieten, die auf den Märkten gefragt sind und sich nicht gegenseitig die Haare schneiden!

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