Bertold Brecht sagte einmal „Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“. Treffender hätte er noch sagen können, „Was ist der Versicherungsbetrug, gegen die Gründung einer Versicherung?“.

nsbesondere wenn man gezwungen ist, seine Kapitallebensversicherung vorzeitig zu kündigen, erleben die Kunden ein böses erwachen. Je nach dem wie kurzfristig nach dem Abschluss der Versicherung diese gekündigt wird, erleidet der Versicherungsnehmer einen empfindlichen Verlust. Dies liegt an der meiner Meinung nach kriminellen Möglichkeit, die der Gesetzgeber den Versicherungsgesellschaften erlaubt, die Gebühren für den Abschluss der Versicherung in voller Höhe am Anfang der Laufzeit zu vereinnahmen. Dies führt u.a. dazu, dass die Zunft der Versicherungsvertreter nicht den besten Ruf genießt, weil bei Abschluss von Lebensversicherungen oft sehr hohe Provisionen fließen. Und kann man diese Provision sofort kassieren, verführt das doch das eine oder andere schwarze Schaf zu suboptimaler Beratung.

Sieht sich ein Versicherungsnehmer genötigt, eine solche Versicherung zu kündigen, liegt der Rückkaufswert regelmäßig deutlich unter den eingezahlten Summen. Leider wissen die wenigsten Versicherungsnehmer, dass man Versicherungen auch an Dritte verkaufen kann. Der zu erzielende Verkaufspreis liegt zuweilen deutlich über dem Rückkaufspreis, die die betreffende Versicherungsgesellschaft zahlen würde.

Der Verkauf durch den Verkauf und der Kauf der Versicherung durch einen Dritten wird zu einer echten Win-Win-Story, weil der Verkäufer mehr erhält als von seiner Versicherung und der Käufer weniger bezahlt als beim persönlichen Abschluss der Versicherung.

Bisher war leider den wenigsten Versicherungsnehmern bekannt, dass es die Möglichkeit des Verkaufs überhaupt gibt.

Die Firma LifeJack AG ist jetzt ausgezogen, um mit diesen Missstand endlich zu beheben. Mit lifejack.de wurde ein Marktplatz für den Handel mit gebrauchten Versicherungspolicen gestartet. Ähnlich wie beim Domainhandel auf sedo, wird neben dem Marktplatz auch den Treuhandservice für den Übertrag der Policen. Kommt eine erfolgreiche Transaktion zustande, ist vom Käufer eine Provision von 1% der Kaufsumme zu entrichten.

Bisher werden Versicherungspolicen – wenn überhaupt – meist von institutionellen Investoren aufgekauft. LifeJack könnte diesen Markt durch die transparente Plattform auch für den Privatmann erschließen. Der Anreiz für den Privatmann hier aktiv zu werden, wird durch 2009 kommende Abgeltungssteuer noch erhöht. Wer eine Kapitallebensversicherung abschließen will, sollte also in Zukunft nicht nur die Webseiten aufsuchen, die einen Versicherungsvergleich anbieten, sonder auch mal bei LifeJack vorbeichecken. Vielleicht macht man da ja eher „das Geschäft seines Lebens“ und hilft nebenbei ggf, noch dem alten Versicherungsnehmer aus einer Verlegenheit. Durch den Marktmechanismus wird der im Regalfall den besten erzielbaren Preis vereinnahmen können.

LifeJack ist ökonomisch und intellektuell betrachtet sicher eines der interessantesten Start-ups, deren Entwicklung man im Moment beobachtet werden sollte.

Eine Reaktion to “LifeJack: Das Geschäft Deines Lebens?”

  1. Rattenschwanz der Woche: LifeJack – Das Geschäft Deines Lebens » rattenschwanz.net

    […] zum Thema gibt es hier. Stichworte: […]

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