Wer einmal ein hervorragendes Beispiel für Stadtmarketing – das auf jeden Fall einen Eintrag in unserer Rubrik „Best Practice“ verdient - aus nächster Nähe beobachten will, der sollte auf dem Leuchtturm Wangerooge heiraten. Denn dieser schöne alte Leuchtturm wurde zu einem Standesamt umfunktioniert. Damit ist der Leuchtturm ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man ein abgeschriebenes und außer Dienst gestelltes Wirtschaftsgut sinnvoll umnutzen und gleichzeitig in den Dienst des Stadtmarketings stellen kann.
Auf dem Leuchtturm geht es vermählungstechnisch wie auf einem Taubenschlag zu. Da werden im Leuchtturm an einem einzigen Freitag schon einmal sieben Ehen geschlossen, wenn auch nicht vollzogen. Rechnet man im Schnitt mit 20 involvierten Personen, die für die Zeremonie anreisen müssen und aufgrund der Tiedenhubverhältnisse der Insel in den meisten Fällen über Nacht bleiben dürften, dann kann man sich leicht ausrechnen, dass für Wangerooge durch eine einzige Hochzeit mehrere Tausend Euro zusätzlich in die Inselökonomie fließen dürften. Diese Euros werden in Hotelbetten, Fährtickets, Blumenschmuck, Standesamtgebühren und Apfelstrudel im Café Pudding umgesetzt. Der Ideengeber für den Geniestreich, den Leuchtturm Wangerooge zu einem Standesamt umzufunktionieren, gehört auf jeden Fall zu einem Ehrenbürger der Insel befördert. Da ist es kein Wunder, dass man inzwischen wohl auch auf anderen Leuchttürmen heiraten kann. Auch andere Städte einfern dem Beispiel nach. In Cloppenburg kann man z.B. für eine Spende von 125€ an das Bauernhofmuseum in einem echten alten Herrenhaus in den Hafen der Ehe fahren. Gleichwohl dürfte aufgrund der Insellage für die Insel Wangerooge um den Heiratsrummel sehr viel mehr dabei herum kommen. Den Insulanern, die übrigens lieber im richtigen Standesamt mit unmittelbaren Blick aufs mehr heiraten, sei es gegönnt!

Verwandte Themen:
Leuchtturm Hotel Harlingen

Einen Kommentar schreiben