Tengelmann greift im Netz von drei Seiten an. Einerseits treibt man das Thema im eigenen Haus voran, indem man den Verkauf über das Internet in ausgewählten Regionen testet. Wie ich von meinem Bruder erfahren habe, ist der Interneteinkauf eine ideale Alternative zum direkten Kauf im Supermarkt. Er muss halt etwas mehr zahlen, verglichen mit dem Einkauf bei Aldi oder Lidl. Es fallen aber nur die normalen Preise wie in der Kaisers Filiale an zuzüglich fünf Euro für das Bringen. Da mein werter Bruder aber nicht gerade im Erdgeschoss wohnt und man sich ja auch Zeit und Stress einspart, ist der Kauf über das Internet eine tolle Geschichte, die man auch gerne nutzen würde. Man darf gespannt sein, ob Tengelmann es eines Tages schaffen wird, auf den Spuren von Tescos zu wandeln.

Da der Vertrieb von Lebensmitteln über das Web offenbar eine schwierige Geschichte ist, und viele diesen Ansatz vermutlich auch für disrutiv halten, tut Tengelmann gut daran, was man im Bereich der Akquisitionen und Beteiligungen tut.

Mit Otto Gourmet hat man sich Bereich hochwertiger Lebensmittel eine 30 Prozent-Beteiligung an einem etablierten Player gesichert. Das kann sicher nicht schaden.

Mit dem Einstieg bei Lieferheld bewegt man sich vom Kerngeschäft aber etwas weiter weg. Lieferheld will die Plattform für den webbasierenden Kauf von fertig zubereiteten Gerichten werden. Liefern tun dies natürlich die Pizzabuden, Sushi-Bereiter und Pommesschmieden - also der Lieferdienst vor Ort. Hier hat Tengelmann aus meiner Sicht einen strategisch risikoreichen Schritt gewagt. Sicherlich wäre es einfacher gewesen einfach einen etalbierten Player wie pizza.de zu kaufen und das Geschäftsmodell auf weitere Speisen auszuweiten. Man darf gespannt sein, ob diese Teil der Gesamtstrategie aufgeht.

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