Bei Robert ist heute nachzulesen, dass Klappern zum Musikhandwerk gehört. Der Blogger-Kollege bezieht sich auf einen peinlichen Brief der Musikindustrie, die mal wieder nach dem Staat schreit. Anstatt der eigenen Zielgruppe zu unterstellen, sie klaue permanent Musik sollte die Industrie sich einfach mal Gedanken machen, wer die eigentlichen Konkurrenten sind.
So wie der Autohersteller Morgan Cars kapiert hat, dass die Konkurrenz nicht in Stuttgart-Zuffenhausen oder in Muranello sitzt, sondern eher in den Werften von Luxusjachten zu suchen ist. So sollte sich die Musikindustrie einmal ähnliche Sachverhalte vor Augen führen.

- In der „Long Tail“-Bibel ist zu lesen, dass ein Grossteil der illegal heruntergeladenen Musik gar nicht mehr im Handel zu haben ist. Daraus folgt, die Industrie muss ihren Back-Katalog verfügbar machen und sich dieses Vermögen verzinsen lassen.

So nun aber zur eigentlichen Konkurrenz.

Als ich anfing meine ersten Schallplatten zu kaufen, musste ich noch keine Anteile meines verfügbaren Budgets ausgeben für:

- Mobiltelefone und damit verbundene Kosten für Telefonminuten
- Spielekonsolen wie die PS2 & Co. gab es auch nicht wirklich
- Die Konzertumsätze, die inzwischen die CD-Umsätze übersteigen sollen, waren lange nicht so hoch.
- Freizeitalternativen wie das Internet, PayTV gab es nicht.

Die Musikindustrie sollte sich mal ein Beispiel beim Fußball nehmen. Die Stadien sind voller denn je, trotz zunehmender TV-Coverage. Die Vereine haben Merchandising und neue Vertriebswege erschlossen. Und das gelang obwohl viele Menschen Premiere gucken können, ohne dafür zu zahlen. Bisher habe ich nicht vernommen, dass der Hoeneß nach dem Start schreit, weil jemand illegal Premiere sieht.

Hieraus können folgende Handlungsanweisungen abgeleitet werden.

- Das wichtigste ist der digitale Vertrieb des gesamten verfügbaren Liedgutes anstatt der Konzentration auf den CD-Verkauf der Hitseller.
- Erschließung neuer Geschäftsfelder: Vermarktung der Konzertveranstaltungen (Warum nicht an Tickets mitverdienen?) und des Merchandising. - Erkennen wo die wahre Konkurrenz sitzt und überlegen, wie man die Zielgruppe überzeugt, mehr Geld bei der Musik zu lassen.
- Inspirieren lassen von intelligenten Konzepten wie SellaBand.

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