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Letzte Woche war ich in Wiesbaden in einem sehr netten familiären Hotel, wo wohl jeder gerne absteigt, schon allein weil die Betreiber so nett sind und man den Eindruck hat, dass man Hoteliers aus Berufung antrifft. Fazit: ein fünf Sterne-Hotel der Herzen.

Vor Antritt der Reise wurde noch schnell nach der Adresse gegoogelt. Und was sieht man da, die bekannten Buchungsmaschinen buchen doch tatsächlich auf den Namen des Hotels in Kombination mit dem Städtenamen. Ein solches Schnorrerbuchungsverhalten kennt man sonst nur von arbeitscheuen Affiliates, die sich auf Kosten des Domain-/ und Markeninhabers eine goldene Nase verdienen wollen.

Dass aber auch Internetgrößen wie HRS oder Expedia zu solch zweifelhaften Methoden greifen und dies noch auf Kosten der eigenen Vertragspartner, motiviert mich diese nie wieder zu verwenden.  Denn wer nach dem Hotelnamen in Verbindung mit der Stadt sucht, würde mit einer extrem hohen Wahrscheinlichkeit auch direkt buchen ohne den Umweg über einen Intermediär.

Natürlich fragte ich im Hotel nach, ob man einen Marke auf den Hotelnamen habe, damit man das asoziale Treiben unterbinden könne. Mir wurde geschildert, dass insbesondere Buchungen über die Hotelbuchungsmaschinen an Wochenenden (wo die Preise niedrig sind) für die kleinen Hotels ein Problem seien. Wenn der Kunde dann noch mit einer Kreditkarte zahle, wäre es betriebswirtschaftlich beinahe günstiger ganz auf die Buchung zu verzichten.

Kleine Hotels wissen vermutlich gar nichts vom Treiben dieser armseligen SEM-Mitarbeiter der Buchungsmaschinen. Diese sollten also einfach mal nach sich selber googlen. Die Einträge oben und rechts, die als Anzeigen gekennzeichnet sind, sind die Schnorrerbuchungen, um die es hier geht. Doch was kann man dagegen tun?

Hier eine kleine ToDo-Liste:

1. Markenname bei Google sperren. Hierzu ist eine Markenbeschwerde notwendig https://services.google.com/inquiry/aw_tmcomplaint

2. Eintrag bei Google Places machen, um mit den generischen Einträgen eine möglichst große Fläche auf der Ergebnisseite einzunehmen.

3. Durch eigenes Marketing für 100% Auslastung sorgen, dass man ganz auf die Buchungsmaschinen verzichten kann.

4. Gegebenenfalls für Buchungen über Vermittler deutlich mehr Geld verlangen. Wenn das alle machen, soll sich das ja rumsprechen …

P.S. Insbesonder HRS (die anderen kenne ich nicht) hat soetwas vermutlich nötig, weil die Usability der Seite sowas von unterirdisch ist, dass man sich beim Buchen immer an das Internet im Jahre 1996 erinnert fühlt.

4 Reaktionen to “Kleine Hotels leiden unter asozialen Brand-Bidding der Buchungsmaschinen”

  1. Michael Rutsch

    Hallo,

    ich habe soeben deinen Artikel über die armen Hotelbetreiber gesehen.
    Diese können einem ja richtig leid tun.

    Nicht zuletzt deswegen such ich mir übers Internet zwar Adressen und grobe Informationen über Expedia und co, jedoch rufe ich dann die Hotels direkt an und buche telefonisch.

    So hat man einen ersten Eindruck vom Hotel und kann zur Not woanders buchen.

    Sauerei solche Firmen wie Expedia und HRS.

    Gruß, Michael

  2. Birk

    Man sollte allerdings schon einiges Verständnis für Adwords und die Buchung von Keywords aufbringen, bevor man einen Artikel wie diesen verfasst. Die angegebene Suchphrase “Hotel Drei Lilien Wiesbaden” beinhaltet auch den Suchstring “Hotel Wiesbaden”. Und diesen bei Adwords als einzubuchen und die Keywords dabei in der Voreinstellung “weitgehend passende Keywords” zu belassen, führt eben auch dazu, dass unter dem hier genannten Suchstring bei der Suche nach dem Hotel die Anzeigen der Buchungsmaschinen und anderer Anbieter eingeblendet werden.

  3. admin

    Das Verständnis ist durchaus da. hrs hat nicht nur hotel wiesbaden (das vielleicht auch) gebucht, sondern alle vier keys Hotel Drei Lilien Wiesbaden. Der Einwand ist also zu kurz gesprungen. das gleiche gilt für hotel.de und expedia.de.
    Gegen die Buchung Hotel Wiesbaden ist nichts einzuwenden. darum geht es aber nicht. es geht darum, dass hier auf die kombis aus hotel plus hotelnamen geboten wird. und das passiert definitiv.

  4. admin

    kleiner nachtrag. hrs führt auch auf die passende landingpage. also wird hier direkt auf die eigenen partner geboten. da schnorrt man sich auf kosten kleiner hotels durch. bei den großen ist das egal. die haben markennamen und können es unterbieten.

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