Im Moment scheint es in der Politik über Parteigrenzen hinweg gerade hipp zu sein, zum Nokia-Boykott aufzurufen. Einerseits ist es natürlich herzerfrischen, dass der eine oder andere Politiker endlich einmal eine konsequente Haltung an den Tag legt. Auch ist es positiv zu beurteilen, wenn die Politik für die Förderung des lokalen Konsums eintritt. Aber wurde das Nokia-Handy zuvor beschafft, weil es in Bochum gefertigt wurde? Dies trifft für die meisten Politiker vermutlich kaum zu.

Deshalb hat der Aufruf zum Nokia-Boykott gerade in Wahlkampfzeiten einen etwas fahlen, zumindest opportunistischen Beigeschmack. Zudem kommt es immer etwas schräg rüber, wenn man mit Boykotten ein bestimmtes Verhalten sanktioniert.

Warum rufen Politiker nie zum Konsum auf, um bestimmte Dinge zu fördern?

Ich rufe hiermit die Politiker, die ihre Handy jetzt wie die Hemden ablegen, auf, sich Brennessel-Hemden (Marke Nettleworld) der Firma Stoffkontor Kranz AG zuzulegen. Diese werden vom Anbau der Brennesseln, über den Faseraufschluss bis hin zur Konfektionierung nach meiner Kenntnis zu 100% in Deutschland produziert. Warum nicht einmal hier etwas unterstützen, um sichere Arbeitsplätze in der heimischen Landwirtschaft und Textilindustrie zu fördern? So eine Form des Konsums kommt doch sehr viel besser an als ein Boykott.

Meine Empfehlung für Politiker, die ein in Deutschland entwickeltes Handy nutzen wollen: Katharina das Große!

Eine Reaktion to “Nokia-Boykott – eine kleine Lektion in Sachen Politikberatung”

  1. Nokia, eine Nation im Aufstand?

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