Die Firma Nokia erlebt gerade ein kleines PR-Debakel, dass sie selbst verschuldet hat. Nokia schließt ein Werk in Bochum mit immerhin 2300 vermutlich sehr gut ausgebildeten Fachkräften und zieht weiter nach Rumänien. Die betroffene Region ruft zu Boykotten auf (NoNoNokia). Da immer mehr Menschen darauf achten, Produkte aus der eigenen Region zu kaufen, sollte Nokia die Angelegenheit ernst nehmen, zumal einer der profitabelsten Konzerne der Welt reichhaltige Subventionen abgegriffen hat. Peinlich genug, für jemanden, der das gar nicht nötig hat.

Die Finnen sind also gut beraten, jetzt in Rumänien keine Staatsknete anzunehmen und stattdessen nur eigenes Geld in die Hand zu nehmen. Sicher wird dies die Empörung mindern, wenn man in ein paar Jahren den Standort Rumänien aufgeben wird, weil die Karawane, dann vielleicht weiter nach Kaesong in Nordkorea zieht, weil es dort die billigsten Arbeitskräfte der Welt gibt und die Handys vermutlich von Akademikern zusammengeschraubt werden.

Und noch eine kleine Lektion an die Politik (man könnte auch sagen Politikberatung!): Wie viel Lehrgeld wollt Ihr eigentlich noch bezahlten. In jeder Wahlkampfrede wird das (berechtigte) Hohelied auf den Mittelstand gesungen, der die meisten Arbeitsplätze schafft. Warum wurden die fetten zweistelligen Millionenbeträge nicht in Venture Capital-Fonds eingezahlt, die Unternehmensgründungen und Wachstum von Mittelständlern finanzieren. Das ist sicher sinnvoller als das ganze Geld vaterlandslosen Gesellen in den Rachen zu werfen.

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