St. Pauli wird aktuell vom DFB und mit den Hamburgern auch der SV Werder Bremen mit einem Geisterspiel bestraft. Natürlich gehört es nicht zu den guten Sitten, wenn ein Linierichter mit einem Bierbecher (hoffentlich aus Biokunstoff!) beworfen wird. Und natürlich müssen die Vereine alles tun, damit sich die eigenen Fans nicht so unhöflich benehmen.
Aber ob, ein Geisterspiel der richtige Anreizmechanismus ist, Druck auf die Vereine ist, die Ziele, die man erreichen will auch zu erreichen, ist die Frage.
Ja, ich glaube, das Ziel wird in der Tendenz durchaus erreicht. Die Frage kann bejaht werden. Aber die Zielerreichung muss auch im Hinblick auf mögliche Kolateralschäden abgeklopft werden. Dies hat der DFB ganz offensichtlich versäumt. Denn ein Geisterspiel ist ganz offensichtlich ein großer Schaden für den Verein selber, aber auch potentiell für den Gegner, der sich der Unterstützung seines 13. Mannes ebenfalls beraubt sieht.
Dazu kommt, dass mögliche Agents provocateurs sich unter die Fans mischen könnten, um weitere Geisterspiele auf Kosten der Vereine zu provozieren. Selbst der Spielabbruch war schon kritisch. Wenn dieser so leicht zu provozieren ist, könnten Sportwettenanbieter schon bald Wetten auf Spielabbrüche ins Sortiment aufnehmen und die Wettmafia hätte eine wahre Freude, Wetten zu manipulieren.

Mein Fazit ist: Der DFB hat falsch entschieden, eine Geldstrafe wäre angemessener gewesen.

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