Heute erreicht uns das folgende interessante Beratungsbegehren:

“Es geht darum, dass ich einen freien Mitarbeiter am bestehenden Unternehmen beteiligen möchte.

Ziel ist nicht zusätzliches Geld rein zu bekommen, sondern einen hoch motivierten Mitarbeiter zu binden und Anreize zur unternehmerischen Mitbetätigung zu geben.

Im ersten Schritt ist an eine Beteiligung am Gewinn gedacht, im zweiten Schritt an eine kapitalmäßige bzw. gesellschaftsrechtliche Beteiligung.

Solche Modelle werden in der Praxis häufig benötigt (ich kennen mehrere Unternehmer, die vor derselben Herausforderung stehen), ich habe dazu aber bisher keine Veröffentlichungen gefunden.

Grundprinzip der Gewinnbeteiligung sieht so aus, dass es eine niedrige prozentuale Beteiligung auf den bereits erwirtschafteten, relativ stabilen Gewinn gibt und eine höhere auf den gemeinsam erwirtschafteten zusätzlichen Gewinn. Hierbei stellen sich naturgemäß folgende Fragen:

- Soll der „bestehende“ Gewinn dynamisiert werden, in dem Maße in dem er auch ohne 2. „Gesellschafter“ steigen würde und wie würde eine solche Dynamisierung ausehen?

- Wie kann verhindert werden, dass der 2. Gesellschafter sich „auf die faule Haut“ legt und nur am bestehenden Geschäft profitiert?

- Was wenn der 2. Gesellschafter die Gesellschaft verlassen will. Was wäre eine faire Abfindung für die geleistete Aufbauarbeit?

- Was wenn der 1. Gesellschafter den 2. Gesellschafter (aus welchem Grund auch immer) aus der Gesellschaft heraus haben will?

- Was wenn der 1. Gesellschafter sich selbst zurückziehen möchte und

o Einen Teil an 3. Verkauft

o Selbst nicht mehr oder weniger für das Unternehmen arbeitet

o Ein weiterer Partner per tätige Beteiligung einsteigen möchte.

- Zu welchen Konditionen soll 2. Partner später vom 1. Partner Anteile am Unternehmen kaufen können.

Interessant wäre es, einen Unternehmer (oder dessen Berater) zu finden, der selbst jemand – in dieser oder ähnlicher Form – an seinem Unternehmen beteiligt hat.

Beste Grüße
Anoymous”

Liebe Leser, Ihre Kommentare sind erwünscht!!!

Eine Reaktion to “Unternehmer sucht Erfahrungsaustausch/Rat in Bezug auf Mitarbeiterbeteiligung”

  1. klaus-martin meyer

    1.) soll der bestehende Gewinn dynamisiert werden.
    Ja. mind. mit der Inflationsrate, besser noch mit der durchschnittlichen Gewinnsteigerung der Branche.

    2.) verhinderung des auf die faule Haut legen
    -> indem er tatsächlich nur am zusätzlichen Gewinn beteiligt wird und am besten die Gewinnbeteiligung ausschließlich in Equity ausgedrückt wird, für das im optimum eine lange bindungsdauer vereinbart wird.

    3.) Was wenn der 2. Gesellschafter die Gesellschaft verlassen will. Was wäre eine faire Abfindung für die geleistete Aufbauarbeit?
    Der Wert, den der erste Gesellschafter ehrlicherweise investieren würde, um sich diese Aufbauarbeit extern einzukaufen.

    4.) vielleicht ist die Gründung einer AG die einfachste Form, um Anteile zu handeln. Die Gesellschafter könnten sich gegenseitig Vorkaufsrechte (nicht jedoch Pflichten) zu fixierten Preisen einräumen

    Das sind auf jeden Fall interessante Fragen, die das Leben schreibt.

    grusz
    klm

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